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schwimmhelden mit daniela halder karl heinz walter und rose kalmbach ruopp

In einer Woche zum Schwimmheld

In einer Woche vom Nichtschwimmer zum Schwimmhelden. 17 Kindern wurde dies in den Herbstferien ermöglicht. Eine Aktion des Sportkreis Reutlingen. Von Sabine Zeller-Rauscher

Eine repräsentative forsa-Umfrage aus dem Jahr 2017 hat gezeigt, dass 59 Prozent der Zehnjährigen in Deutschland keine sicheren Schwimmer sind. Eine erschreckende Zahl, die unter anderem bei Karl-Heinz Walter, dem Sportkreisvorsitzenden und seinem Team die Alarmglocken läuten lässt. Eine verdammt gefährliche Entwicklung, die vielerlei Gründe hat. So haben unter anderem bereits 25 Prozent der Grundschulen keinen Zugang mehr in nahegelegene Bäder. Sportliche Interessen der Kinder, zu denen auch das Schwimmen lernen zählt, können häufig aus den verschiedensten Gründen, nicht mehr vom Elternhaus selbst geleistet oder unterstützt werden.  Schwimmkurse sind auf lange Zeit ausgebucht, oder die Kinder kommen aus Ländern, in welchen sie mit ganz anderen Problemen als mit dem Nichtschwimmerdasein zu kämpfen hatten. Egal aus welchen Gründen auch immer, die Zahl der Nichtschwimmer stetig ansteigt, es besteht dringender Handlungsbedarf, um die Gefahr „Tod durch Ertrinken“ deutlich zu minimieren. „Der Sportkreis Reutlingen will nicht warte, sondern handeln“. Ein Zielstrebiges Vorhaben, welches jetzt in den Herbstferien mit 17 Kindern, die in zwei Gruppen aufgeteilt waren, unter dem Motto „vom Nichtschwimmer zum Schwimmhelden“ erstmals umgesetzt wurde. In Daniela Halder, der Sportkreisbeauftragten „Schule und Verein“, fand Walter eine Unterstützerin, die dafür bekannt ist, dass sie wenn es um die sportliche Zukunft von Kindern geht, komplikationslos und ohne große Bürokratie zum Wohle der eigentlichen Sache, handelt. Mit ihrer einstigen Kollegin Rose Kalmbach-Ruopp, holte die Schulleiterin der Sternbergschule eine kompetente Mitstreiterin ins Boot, die dazu bereit war, ihre Freizeit in den Herbstferien dafür zu opfern, um Nichtschwimmern das Schwimmen näher zu bringen. „Eine ganze Woche kann ganz schön anstrengend sein, gestand Halder am Samstag, während sie ihren Blick über die Wasseroberfläche, schweifen ließ. Ein Blick der Halder ordentlich Gänsehautfeeling verpasste, nachdem sie einen Jungen beobachtete, der einst einmal dem Ertrinken ganz nah war und seitdem traumatisiert war. Die beiden ersten Tage hätte sich der Junge nur mit Schwimmgürtel und Angst am Beckenrand entlang gehangelt. Jetzt beim Abschlusstraining nach sechs Tagen, hatte der Bursche sein Trauma überwunden. „Allein für diesen Moment, hat sich der ehrenamtliche Aufwand gelohnt. Dieser Moment entschädigt alles“, so die sportbegeisterte Lehrerin. Dem Projekt ging auf der Geschäftsstelle des Sportkreises einiges an Logistik voraus, wie von Karl-Heinz Walter zu erfahren war. So galt es neben kompetenten Übungsleiterinnen zunächst ein Bad auf der Alb zu finden, was gar nicht so einfach gewesen sei. Durch Anja Leuze der Sportamtsleiterin der Stadt Münsingen, fand der Sportkreis eine offene Tür im einstigen Bundeswehrhallenbad, wofür der Sportkreisvorsitzende großen Dank übrig hatte. „Ohne die gute Kooperation mit der Stadt Münsingen hätten wir das Projekt nicht durchführen können. Weiter bot der Sportkreis den Kindern einen Fahrdienst, der sie von Zuhause zum Hallenbad und wieder heim brachte, an. Die Herbstferienaktion soll nicht als einmalige Sache in der Dokumentation des Sportkreises abgeheftet werden, sondern sobald als möglich fortgeführt werden, wobei dem Sportkreisvorsitzenden durchaus bewusst ist, dass dafür geeignetes Personal gesucht werden muss. „Wir können ja nicht davon ausgehen dass Frau Halder und Frau Kalmbach-Ruopp, immer ihre Ferien für das Projekt opfern“, so Walter, der nicht mit leeren Händen zur Abschlussveranstaltung kam. Mit im Gepäck für jedes Kind eine Urkunde auf welcher schwarz auf weiß zu lesen war, dass die Kids nun Schwimmhelden sind. Weiter eine Schwimmheldentasse, die bereits beim Frühstück daran erinnern soll, wie schön es ist, nicht mehr zum Kreis der absoluten Nichtschwimmer zu zählen und ein Schwimmheldenstoffabzeichen für die Badebekleidung. Teilgenommen haben Kinder der Sternbergschule, der Astrid-Lindgren-Schule, der Lautertalschule und der Grundschule am Hardt.

 

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