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Kunstrasen

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Vereinsvorstände,

 

bei unseren Vereinen und Kommunen in Württemberg kommt es aktuell zu einer großen Verunsicherung in Sachen Kunststoffgranulat auf Kunststoffrasenplätzen. Auch Ihr Verein beschäftigt sich nach unseren Recherchen derzeit mit der Planung eines Kunstrasenspielfeldes. Wir sind fortlaufend mit diesem Thema konfrontiert und wollen Ihnen deshalb auf der Basis unseres Wissensstandes im Folgenden kurz unsere bisherigen Erkenntnisse darlegen:
Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat zu Beginn dieses Jahres einen Beschränkungsvorschlag der sog. REACH-Verordnung (siehe unter „1907/2006/EG“) veröffentlicht, mit dem das Inverkehrbringen von „bewusst zugesetztem“ Mikroplastik verboten werden soll. Darunter fällt auch das als Füllstoff (sog. „Infill“) verwendete Kunststoffgranulat für Kunststoffrasensysteme. Das Verbot dazu soll nach derzeitigem Stand bereits im Jahr 2021 in Kraft treten.
Derzeit ist noch nicht auszumachen, inwiefern zum einen zeitliche Übergangsregelungen, Bestandsschutz- oder individuelle Ausnahmeregelungen für diese Art von gummiverfüllten Sportplätzen abgeleitet werden können, zum anderen inwiefern Kommunen und Vereine, die bereits heute schon ein Gummigranulat verfülltes Kunstrasenspielfeld haben, unterhalten, bespielen usw., zukünftig vor die schwierige Aufgabe gestellt sind, etwaige Gummigranulatnachverfüllungen im Spielbetrieb zu unterlassen bzw. das dann womöglich verbotene Gummigranulat vom Spielfeld kostspielig zu entfernen und entsorgen zu müssen. 
Aus unserer Sicht verläuft die aktuelle, politische Diskussion ungünstig und es fehlen viele wichtige Aspekte, die nicht angesprochen werden. Dennoch hat sich der angesprochene Vorgang weiterentwickelt:
So hat das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport (MKJS) diesbezüglich und vor kurzem reagiert und anlässlich der oben dargestellten Ausgangslage (ECHA-Verbot) für Städte und Vereine in Baden-Württemberg die Sportstättenbauförderung von mit Mikroplastik verfüllten Kunstrasenplätze bis auf weiteres ausgesetzt. Für Kunstrasenplätze, die mit Kunststoff- oder Gummigranulaten verfüllt werden, dürfen somit und ab sofort keine Förderzusagen mehr ausgesprochen werden. Wir bitten hier deshalb dringend um Beachtung und Berücksichtigung bei der Konzeption, Planung und beim Bau von Kunstrasen und insbesondere um sofortige Prüfung der finanziellen Gestaltung ihres Vorhabens.
Aus Vereinfachungsgründen bitten wir zur weiteren Vertiefung der baulichen Problematik um Beachtung des im Anhang befindlichen Dokuments seitens des DOSB. Darüber hinaus kann es von Vorteil sein, im Hinblick auf die nun seitens der alarmierten und unter Druck stehenden Kunstrasenindustrie, z.B. neue (unter Umständen rein organische) Verfüllungen oder rein unverfüllte Kunstrasensysteme abzuwarten (ähnlich der damaligen auf dem Markt erhältlichen LED-Beleuchtungssysteme für Fußballplätze, die vor wenigen Jahren noch längst nicht den heutigen, erforderlichen Entwicklungsstand hatten). Gleichwohl sind neu entwickelte Systeme bzw. Produkte nur dann sinnvoll, sofern diese nach einer hinreichend langen, positiven Testphase überprüft werden konnten. Wir informieren Sie dazu im Rahmen unserer Veranstaltungen, Newsletter und Bauberatungen.
Selbstverständlich stehen wir Ihnen gerne und weiterhin bei der Planung ihrer Sportstättenbaumaßnahmen als ihr Ansprechpartner im WLSB jederzeit zur Verfügung.

 

Mit freundlichem Gruß
Württembergischer Landessportbund e. V.

 

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